Startseite | Impressum | Kontakt | Sozialhotline
Benutzerdefinierte Suche
Sie befinden sich hier: Startseite > Studentische Zweitausbildung
Das BaföG

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) War die erste berufliche Ausbildung eine normale betriebliche Lehre, war man während dieser ersten Ausbildung prinzipiell nicht BaföG-berechtigt (sondern hatte nur Anspruch auf BAB) und kann somit ohne Probleme eine  Zweitausbildung absolvieren, die mit BaföG gefördert wird.

Dementsprechend gelten die nachfolgenden Anmerkungen nur für Leute, die eine Erststudium abgeschlossen haben und nun ein Zweitstudium anstreben.

Hat man bereits ein Erststudium abgeschlossen, ist die Förderung mit BaföG für ein Zweitstudium nur in bestimmten Fällen möglich, nämlich

Das Gesetz gibt noch zwei weitere Ausnahmen vor, die aber kaum auf Studenten mit einem Zweitstudium zutreffen dürften und daher nicht näher erläutert werden:

  • auf dem Zweiten Bildungsweg
  • bei einer weiterführenden Ausbildung nach einer Berufsfachschule oder Fachschule

Wer sich dennoch auch für diese beiden Gründe interessiert, sei an das Kapitel Schulische Zweitausbildung verwiesen, wo sie erläutert werden.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Es ist nur die Förderung für eine einzige weitere Ausbildung möglich.
ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Ob eine weitere Ausbildung dem Grunde nach überhaupt förderungsfähig ist, kann auch schon vor Beginn der Ausbildung durch einen Antrag auf Vorabentscheidung bei dem zuständigen BaföG-Amt geklärt werden.

Rechtlich erforderliche Zweitausbildung

Hier muß ein direkter und unabweisbarer Zusammenhang zwischen Erst- und Zweitstudium bestehen, mit dem nachvollziehbar ist, daß das angestrebte Berufsziel nur mit der Zweitausbildung erreicht werden kann. Zwei Beispiele sollen das veranschaulichen:

lupe.jpg (1728 Byte) Max hat Volkswirtschaft studiert und entschließt sich nun, in einem Zweitstudium Jura zu studieren. Er ist davon überzeugt, daß es sich dabei um ein Ausbaustudium handele, da er nur mit dem Zweitstudium als Volkswirtschaftler auch Mandante vor Gericht vertreten kann.

Max befindet sich im Irrtum. Er hätte statt Volkswirtschaft von Anfang an Jura studieren müssen, wenn es ihm um Vertretungen vor Gericht geht. Ein direkter und unabweisbarer Zusammenhang zwischen den beiden Studienarten besteht nicht und die beiden Studienabschlüsse zusammen sind nicht Voraussetzung für irgendein Berufsbild. Auch handelt es sich nicht um ein Aufbaustudium.

lupe.jpg (1728 Byte) Uta hat Zahnmedizin studiert und will sich nun in einem Zweitstudium als Kieferchirurgin qualifizieren.

Ein Bafög-Antrag hat hier gute Chance. Um Kieferchirurgie zu studieren, ist das Studium der Zahnmedizin zwingende Voraussetzung, erst beide Studienabschlüsse zusammen ergeben das Berufsbild des Kieferchirurgen.

Härtefälle

Neben dem bereits oben erläuterten rechtlich zwingendem Zweitstudium gibt es noch zwei weitere mögliche Härtefälle:

Wichtiger Grund

Kann der Beruf aus dem Erststudium auch "wichtigen Gründen nicht ausgeübt werden, kann ein Zweitstudium gefördert werden. Ein "wichtiger Grund" könnten dabei z.B.

  • eine Krankheit oder
  • eine Behinderung

sein. Zwei Beispiele dazu:

lupe.jpg (1728 Byte) Martina hat Jura studiert, erleidet dann aber einen Unfall und ist danach auf einen Rollstuhl angewiesen. Daraufhin will sie Philosophie studieren.

So hart es das Schicksal auch mit Martina meint - ein wichtiger Grund für die Förderung eines Zweitstudium liegt hier nicht vor. Der Beruf einer Juristin kann auch mit einem Rollstuhl ausgeübt werden, womit kein zwingender Grund für einen Berufswechsel vorhanden ist. Anders wäre es, wenn Martina Sportpädagogin studiert hätte - hier käme aufgrund der Behinderung tatsächlich ein Zweitstudium in Betracht.

lupe.jpg (1728 Byte) Jan hat Biotechnologie studiert. Nach Studienende verschlechtern sich jedoch die Berufsaussichten und Jan findet keinen Arbeitsplatz. Daher will er nun Kommunikationstechnologie studieren.

Jan hat schlechte Karten. Ein Härtefall kann nur auf einen konkreten Studenten und nicht auf eine Vielzahl von Studenten zutreffen. Die Verschlechterung von Berufsaussichten betreffen jedoch im Beispiel alle mit Jan abschließenden Absolventen der Biotechnolgie, womit hier kein wichtiger Grund vorliegt.

Zweitausbildung, um den Erstberuf ausüben zu können

Ist ein Student als Heimatloser, Aussiedler, Spätaussiedler oder als Asylberechtigter anerkannt, kann ein Härtefall dann vorliegen, wenn für die Anerkennung seines im Aussiedlungsland/Herkunftsland erworbenen Berufsabschlusses eine ergänzende oder mangels Verwertbarkeit dieses Berufsabschlusses eine weitere Ausbildung im Inland benötigt wird.

Master-Studiengang

Prinzipiell kann ein Master-Studiengang mit BaföG gefördert werden, wenn

  • zuvor ein Bachelor-Studiengang abgeschlossen wurde und
  • bei Beginn des Bachelors noch nicht das 30. Lebensjahr und bei Beginn des Masters noch nicht das 35. Lebensjahr erreicht wurde.

Bachelor-Studiengang

Zwischen dem Master und dem Bachelor müssen keine besonderen fachlichen Zusammenhänge bestehen. Man kann also irgendeinen Bachelor-Studiengang absolvieren, um sich auf den Master zu konzentrieren. Allerdings muß dann der Master selbst berufsqualifizierend sein und es muß sich um ein Vollzeitstudium von mindestens zwei bis maximal 4 Semestern handeln.

Altersgrenze

Unter bestimmten Voraussetzungen sind Ausnahmen von der Altersgrenze möglich, nämlich wenn

  • der Absolvent durch persönliche oder familiäre Gründe daran gehindert war, den Bachelor- oder den Master-Studiengang zu beginnen. Diese Grüne liegen in der Regel bei der Erziehung von (eigenen) Kindern bis 10 Jahre vor.
  • durch eine einschneidende Veränderung der persönlichen Verhältnisse eine Bedürftigkeit entstanden ist und noch keine Ausbildung, die nach dem BAföG gefördert werden kann, berufsqualifizierend abgeschlossen wurde.