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Das Schüler-BaföG

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) War die erste berufliche Ausbildung eine normale betriebliche Lehre, war man während dieser ersten Ausbildung prinzipiell nicht BaföG-berechtigt (sondern hatte nur Anspruch auf BAB) und kann somit ohne Probleme eine schulische Zweitausbildung absolvieren, die mit BaföG gefördert wird.

Dementsprechend gelten die nachfolgenden Anmerkungen nur für Leute, die eine schulische berufsqualifizierende Erstausbildung abgeschlossen haben und nun eine schulische Zweitausbildung anstreben.

Hat man bereits einen berufsqualizierenden Abschluss, ist die Förderung mit Schüler-BaföG für eine weitere Ausbildung nur in bestimmten Fällen möglich, nämlich

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Es ist nur die Förderung für eine einzige weitere Ausbildung möglich.

Zweiter Bildungsweg

Oft  wird will man einen Schulabschluss nachholen, um sich beruflich weiter zu qualifizieren .Hat man also bereits einen Berufsabschluß, will jedoch einen allgemeinbildenden Schulabschluß (Abitur, Realabschluss usw.) nachholen, um sich dann beruflich weiter zu qualifizieren, ist eine Förderung durchaus möglich.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Voraussetzung ist allerdings, dass eine Fachoberschule, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, eine Abendhauptschule, eine Berufsaufbauschule, eine Abendrealschule, ein Abendgymnasium oder ein Kolleg besucht wird.

Weitere Voraussetzung ist es, daß der angestrebte Schulabschluss einer anschließenden höheren beruflichen Qualifikation/Ausbildung dient.

Gibt man nach erfolgreichen Nachholen des Schulabschlusses das Vorhaben auf, sich beruflich weiter zu qualifizieren, ist auch bei späterem Umdenken keine weitere Förderung der beruflichen Weiterbildung möglich.

Ein Beispiel:

lupe.jpg (1728 Byte) Corinna hat Physiotherapeutin gelernt und will sich zur Diplom-Physiotherapeutin qualifizieren. Voraussetzung für diese Weiterbildung ist jedoch die Fachhochschulreife, also das Abitur. Das hat Corinna nicht und beginnt also an einem Abendgymnasium mit der Nachholung des Abiturs. Nach erfolgreichem Ende des Abis gibt Sie gegenüber dem Amt an, daß sie auf die berufliche Weiterqualifikation verzichtet, überlegt sich das aber ein dreiviertel Jahr später anders.

Corinna hat in dem Beispiel einen Anspruch auf BaföG für den schulischen und den berufsqualifizierenden Teil der angestrebten Ausbildung. Mit der Aussage, den berufsqualifizierenden Teil nun doch nicht zu beginnen, erlischt der Anspruch auf die BaföG-Förderung für diesen Teil. Die Sinnesänderung von Corinna ändert daran nichts - die Berufsausbildung wird nicht mehr gefördert werden.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen schulischer und berufsqualifizierender Ausbildung muß nicht bestehen, man muß also nicht binnen einer bestimmten Frist mit dem Berufsteil beginnen.

Aber Achtung: erreicht man während der schulischen Ausbildung das 30. Lebensjahr, muss die berufliche Ausbildung unmittelbar nach Beendigung der Schule beginnen.

Während des Schulteiles erfolgt die Leistung als 100%tiger Zuschuss, während der beruflichen Ausbildung an einer höheren Fachschule, einer Akademie oder einer Uni als 50%-Zuschuss, 50% sind Darlehen.

Weiterführende Ausbildung nach einer Berufsfachschule oder Fachschule

Wurde vor der Zweitausbildung eine mindestens 3jährige Berufsausbildung an einer Berufsfachschule oder eine Fachschule, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht vorausgesetzt hat, absolviert, kann ebenfalls ein Anspruch auf BaföG während einer Zweitausbildung bestehen. Die genannten Schulformen sind dabei zwingend: wurde die Ausbildung an einer anderen Schulart absolviert, besteht kein Anspruch auf eine weitere Förderung.

Erfolgt die Zweitausbildung in diesem Fall an einer Höheren Fachschule, Akademie oder Uni, wird das BaföG zu je 59% als Darlehen und Zuschuss gewährt. Bei allen anderen Schulformen wird das BaföG als 100%tiger Zuschuss gewährt.

Härtefälle

Darunter werden besondere Formen der Ausbildung verstanden, nämlich

Rechtlich zwingende Zweitausbildung

Die rechtlich zwingende Zweitausbildung liegt bei bestimmten Berufsbildern vor. So wird in machen Bundesländern von angehenden Altenpflegern verlangt, daß sie vorher eine schulische berufsqualifizierende Ausbildung als Rettungssanitäter absolvieren. Nur wenn also ein direkter Zusammenhang zwischen Erst- und Zweitausbildung besteht und erst die Zweitausbildung zum erwünschten Berufsabschluß führt, ist die Zweitförderung möglich.

Zweitausbildung, um den Erstberuf ausüben zu können

Ist ein Auszubildender Heimatloser, Aussiedler, Spätaussiedler oder als Asylberechtigter anerkannt, kann ein Härtefall dann vorliegen, wenn für die Anerkennung seines im Aussiedlungsland/Herkunftsland erworbenen Berufsabschlusses eine ergänzende oder mangels Verwertbarkeit dieses Berufsabschlusses eine weitere Ausbildung im Inland benötigt wird.